Auf der Tour nach Bagenkop haben wir zusätzlich zu unseren Segeln den Motor mitlaufen lassen, um möglichst schnell am Zielort anzukommen, da es Finn ja unterwegs wegen der seitlichen Welle nicht so gut ging. Dabei haben wir bemerkt, dass unser Motor wieder weiß raucht und sehr wenig Kühlwasser ausstößt.
Als sich das Problem auch nicht durch einen Impeller-Wechsel von Lars lösen lies waren wir beunruhigt. Wir haben daher entschieden, das lieber von einem Experten checken zu lassen.
Wenn wir ein Thema angehen, dann auch umgehend. ;o)
Somit haben wir uns dann gestern von Dänemark für dieses Jahr verabschiedet.
Ein Glück, dass wir bereits so nah an der Heimat waren. Auf Anholt hätte ein Motorproblem sicher eine größere logistische Meisterleistung erfordert.
Wir sind um 8:30h in Bagenkop gestartet. Direkt nach dem Auslaufen hat Lars telefonisch einen Motor-Profi (ein Tipp von einem Freund) in Maasholm angerufen und nach einem Termin gefragt.

Die knappen vier Stunden der Fahrt vergingen super fix, die Kinderlieder-CD lief allerdings 80% der Zeit, außerdem wurden Bücher gelesen und Schiffe geguckt ;o)


Kurz vor Schleimünde haben wir die SY Atlantis getroffen. Diesmal waren nicht Tim und Anna mit ihr unterwegs, sondern Tims Eltern. „Liebe Grüße!“

Am Schleimünder-Leuchtturm

haben wir wie vereinbart den Motor-Experten erneut angerufen.
Er kam direkt an Bord, als wir in Maasholm festgemacht hatten.
Für Finn fiel der Mittagsschlaf damit leider aus, denn genau zu der Zeit wurde an Bord mit Werkzeug geklappert und der Motor immer mal wieder ein und ausgeschaltet.

Finn nahm es sportlich. Er hat stattdessen die Mittagspause mit dem Lesen von Kinderbüchern verbracht…

Dem Motor-Experten war sehr schnell kar, dass er uns mit Druckluft allein leider nicht helfen kann. Unser Schiff muss aus dem Wasser und der Kühlwasserkanal muss von unten „freigebohrt“ werden.
Zum Glück war die Mittelmann-Werft super flexibel. Es hieß: „Wenn Ihr es schafft die nächste Brückenöffnung zu nehmen, dann könnt Ihr sofort aus dem Wasser.“
Also sind wir direkt wieder durchgestartet.
Finn kuschelt – statt im Bett – einfach noch etwas mit der Winsch:

Dann geht es direkt durch die Brücke in Kappeln:

Bei der Werft dürfen wir ohne einen Zwischenstopp direkt in den Krahn einfahren…

Wir konnten gar nicht so schnell gucken, wie wir dann plötzlich an Land standen.

Peer hatte es bzgl. der Verpflegung den ganzen Tag am Besten.
Solange er an meiner Seite ist, ist für seine Nahrung ja gesorgt *zwinker*

Der Rest der Familie musste recht hart im Nehmen sein. Finn hat – während der Motor-Experte in Maasholm am Werkeln war – sein Mittagessen bekommen, aber für Lars und mich gab es werder Frühstück, noch Mittagessen. *keine Zeit*
Auf Finn waren wir besonders stolz, denn obwohl sein geliebtes Schiff „Perfect Match“ nicht im gewohnten Element war, wir nur eine Flasche Wasser, kein Knäckebrot oder Keks, kein Spielzeug etc. mit von Bord genommen hatten und er außerdem seinen gewohnten Mittagsschlaf ausfallen lassen musste, hatte er den ganzen Tag super Laune. Er hat einfach weiter die Kinderlieder von unserem Törn am Vormittag gesungen. ;o)
Der Kühlwasserkanal war richtig dicht. Scheinbar hatte eine Qualle oder ein Fisch dort sein Ende gefunden. Der Experte und auch weitere Mitarbeiter der Werft haben gestaunt, was beim Bohren alles zu Tage gefördert wurde.

Direkt nach dem erfolgreichen Bohren hat Bo Teichmann uns wieder ins Wasser gesetzt und wir konnten wieder aufsteigen.

Landausflug erfolgreich abgeschlossen!
Der Motor transportiert jetzt so viel Kühlwasser, wie noch nie zuvor:

Uns hätte vielleicht nur jemand erzählen sollen, dass man einen Landausflug auch ohne sein Schiff machen kann. *zwinker*
Die Brückenöffnung um 16:45 Uhr zurück nach Kappeln haben wir geschafft. :o))
Unsere neue Motorkraft haben wir auch gleich genutzt, um mal wieder ein Schiff zu schleppen, dem kurz vor der Brücke der Wind ausging.

Danach war unsere Kraft aber auch aufgezehrt.

Für Finn gab es einen Abendbrei und für Lars und mich schnelles, leckeres Essen „to-go“ aus der Landarzt-Kneipe. Ich musste so drigend etwas essen, dass ich keine Energie mehr für ein gutes Foto hatte ;o)

Nach dem Essen war etwas Rest-Energie zurückgekehrt. Wir haben mit Anja und Thore und Oma und Opa „ge-Face-timed“. Finn hat sich gefreut sie wiederzusehen.
Und am Abend kam noch ein Überraschungsbesuch an Bord. Ole Marten fuhr mit seinem Motorrad (Finn war begiestert) hier vorbei. Von ihm (bzw. seinem Schiff) wurden wir zum Kauf unserer Grand Soleil inspiriert. Natürlich kam er auf ein Bier an Bord und hat sich unsere neue Homebase angesehen. Ein schöner Ausklang für diesen sehr ereignisreichen Tag!
Heute bleiben wir einfach in Kappeln – wir sind noch etwas müde und lassen einfach entspannt die Seele baumeln.
PS1: Peer hat gestern das erste Mal nach einem Spielzeug gegriffen :o)))

PS3: Wenn man Finn mal aus den Augen lässt, dann spielt er gleich mit Papas Technik-Kram in Papas Koje ;o)







Ich bin dafür, dass ihr umkehrt und wieder losfahrt. Ich brauche doch eure schönen Blogs morgens zum Lesen, wie soll denn das sonst gehen ;(