Heute Morgen hat sich der Wind etwas beruhigt, daher entschließen wir uns weiter zu segeln. Wir bereiten alles gut vor, damit wir gerüstet sind, falls der Wind wieder auffrischen sollte.
Um 10:30 Uhr verlassen wir Utklippan, wie so oft ohne konkretes Ziel. Wir wollen uns die Bedingungen draußen ansehen und unterwegs entscheiden wie weit wir segeln wollen.
Beim Auslaufen ist der Himmel blau, der Wind weht mit 16kn noch immer so, dass wir hoch am Wind segeln müssen, aber die Welle ist angenehm (nicht zu stampfig).
Es läuft gut, wir sind mit einem Reff und der kleinen Genua unterwegs.

Leider nimmt der Wind relativ bald deutlich zu. Ein Wolkenband zieht auf und wir haben jetzt konstante 6 Windstärken. Wir ziehen auch das zweite Reff ein.
Der schwedische und auch der dänische Wetterbericht geben für unsere Gegend jeweils eine Sturmwarnung aus. Dabei sagen die Beiden den Wind aus komplett unterschiedlichen Richtungen voraus.
Als der Wind in den Spitzen bis 28kn (7 Windstärken) hoch geht entscheiden wir, unsere Reise zu unterbrechen und in Sandhamn einzulaufen.
13:15 Uhr fest in Sandhamn.

Wir wollen Finn ja nicht das Fürchten beim Segeln lehren ;o)
Um Finn hätten wir uns aber keine Sorgen machen müssen, denn er verschläft wieder mal die ganze Tour in seiner Hängevorrichtung. Aber das Stillen etc. währe unter den Bedingungen doch recht beschwerlich geworden…

Das Hafenhandbuch sagt von Sandhamn „…Fischereihafen bietet keinerlei Atmosphäre.“
Auf den ersten Blick stimmt das. Es ist eher ein Nothafen, der bei widrigen Bedingungen gut und sicher angelaufen werden kann. Wir liegen – wie alle anderen Sportboote hier ebenfalls – längsseits an einer der beiden Piere.
Auf den zweiten Blick hat der Hafen durchaus eine Seele. Es gibt einen sehr netten Hafenmeister, der uns bei der Einfahrt sofort begrüßt, uns seine Hilfe anbietet und seine Anlage sehr gut in Schuss hält. Kostenlose Fahrräder stehen zur Verfügung, um zum Beispiel zum nächsten Supermarkt in Torhamn zu radeln. Die WCs sind sehr sauber, Duschen kostenlos und wenn man die Waschräumlichkeiten betritt und das Licht anmacht dann geht auch ein Radio an, welches für musikalische Begleitung sorgt. Darüber hinaus gibt es Waschmaschine und Trockner.
Wir nutzen den angebrochenen Tag, werfen eine Waschmaschine an und radeln in das benachbarte Torhamn (Finn ist in der Manduca vor Lars Bauch natürlich mit von der Partie).
In Torhamn werfen wir einen Blick auf den Yachthafen, der von unserem Hafenhandbuch so viel mehr angepriesen wurde. Wir sind glücklich, dass wir den Umweg nach Torhamn mit dem Schiff nicht gefahren sind, denn dort liegen die Schiffe in 5er Päckchen und so viel mehr Flair hat der Hafen auch nicht zu bieten.
Mit den Einkäufen beladen schaffen wir es noch so gerade (fast) trocken an Bord, bevor ein heftiger Regenschauer über uns drüber zieht. Wir sind glücklich im Trockenen, schmeißen die Heizung an und genießen den Rest des Tages.
Finn schläft in seinem MaxiCosi unter der Decke hängend (von der anstregenden Fahrradtour muss man sich ja erholen *zwinker*) während Lars uns etwas Leckeres zu Essen kocht.

Leben könnte schlimmer sein ;o)
Unser aktueller Standort auf einer Karte, hier klicken
Starthafen: Utklippan/ Startzeit: 10:30 Uhr
Zielhafen: Sandhamn/ Ankunftszeit 13:15 Uhr
Tagesmeilen: 16,30 sm / Gesamtmeilen 334,72 sm
Durchschnittsgewindigkeit: 5,93 kn / Speedmax: 7,41 kn
tatsächlicher Wind: 16-28kn
Hafengeld: 200,00 SK/Tag
Hallo Ihr Drei. Da sind doch wirklich 3 Profis unterwegs. Ein Fachmann fehlt scheinbar allerdings noch. Oder habt Ihr schon ein paar Konstruktionszeichnungen für eine Wellenmaschine gemacht, womit Finn nach der Rückkehr zufrieden ist? Macht weiter so.
Schönen Gruß Horst.